Warum schmeckt Tee manchmal bitter? Und was dagegen hilft
Es gibt diesen Moment. Du gießt auf, wartest, trinkst, und dann ist da diese Bitterkeit, die den ganzen Aufguss überschattet. Zu herb, zu scharf, irgendwie falsch. Nicht das, was du wolltest.
Das liegt fast nie am Tee. Es liegt an drei Stellschrauben, die leicht zu verstehen und noch leichter zu korrigieren sind.
Grund 1: Das Wasser war zu heiß
Das ist der häufigste Fehler, besonders bei Grüntee und weißem Tee. Kochendes Wasser zerstört die feinen Aromen und löst zu viele Gerbstoffe, die sogenannten Tannine, auf einmal heraus. Das Ergebnis ist ein Aufguss, der herb und zusammenziehend schmeckt, statt frisch und rund.
Schwarztee verträgt hohes Wasser gut, Grüntee nicht. Die Faustregel:
Schwarztee: 90 bis 95 Grad. Fast kochend, aber nicht sprudelnd kochend. Grüntee: 70 bis 80 Grad. Wer kein Thermometer hat, lässt das Wasser nach dem Kochen zwei bis drei Minuten stehen. Weißer Tee: 70 bis 75 Grad. Noch sanfter. Früchtetee und Kräutertee: kochendes Wasser. Diese Sorten brauchen die volle Temperatur, um ihr Aroma zu entfalten.
Greete No. 05 ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark der Unterschied ist. Mit kochendem Wasser wird er flach und leicht bitter. Mit 75 bis 80 Grad ist er zart-süßlich und klar. Derselbe Tee, eine andere Temperatur, ein völlig anderes Ergebnis.
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Grund 3: Zu viel Tee auf zu wenig Wasser
Mehr Tee bedeutet nicht automatisch mehr Aroma. Es bedeutet mehr von allem, auch mehr Bitterstoffe. Wer die Dosierung übertreibt, bekommt einen konzentrierten Aufguss, der unangenehm herb wirkt.
Die Standarddosierung für losen Tee liegt bei einem gehäuften Teelöffel auf 200 bis 250 ml Wasser. Das ist ein Richtwert, kein Gesetz. Wer seinen Tee kräftiger mag, erhöht lieber die Ziehzeit leicht oder nimmt eine zweite Kanne, statt die Dosierung massiv zu erhöhen.
Bei Büdeln und Schlürfeln ist die Dosierung bereits festgelegt. Wer den Beutel drückt oder ausdrückt, holt mehr Gerbstoffe heraus als nötig. Einfach hineinhängen, ziehen lassen, herausnehmen.
Was tun, wenn es schon passiert ist?
Bitterer Tee lässt sich nicht retten, das ist die ehrliche Antwort. Eine Prise Salz soll Bitterstoffe mildern, das funktioniert bei manchen Sorten tatsächlich etwas. Etwas Honig überdeckt die Bitterkeit, löst sie aber nicht auf.
Besser: frisch aufgießen, diesmal mit niedrigerer Temperatur und kürzerer Ziehzeit.
Die kurze Zusammenfassung
Bitterer Tee entsteht fast immer durch eine oder mehrere dieser drei Ursachen: Wasser zu heiß, Tee zu lange gezogen, zu viel Tee pro Tasse. Grüntee und weißer Tee sind am empfindlichsten, Schwarztee und Früchtetee verzeihen mehr.
Wer einmal verstanden hat, wie die drei Stellschrauben zusammenhängen, macht denselben Fehler selten zweimal. Ja, er ist nicht schädlich. Er schmeckt nur anders als beabsichtigt.
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Grüntee wird bitter, wenn er mit zu heißem Wasser aufgegossen oder zu lange gezogen wird. Optimale Temperatur: 70 bis 80 Grad. Optimale Ziehzeit: 2 bis 3 Minuten.
Nicht vollständig. Eine Prise Salz kann Bitterstoffe leicht mildern. Besser ist es, einen neuen Aufguss zuzubereiten und die Ursache zu korrigieren.
Schwarztee wird bitter bei zu langer Ziehzeit (über 5 Minuten) oder zu hoher Dosierung. Die richtige Ziehzeit liegt bei 3 bis 5 Minuten bei 90 bis 95 Grad.
Ja, er ist nicht schädlich. Er schmeckt nur anders als beabsichtigt.
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